Ratgeber rund um das Thema Videos digitalisieren

Videos selber digitalisieren

Viele Menschen haben Zuhause alte VHS-Kassetten, auf denen sie wertvolle Erinnerungsaufnahmen festhalten. Leider wissen viele nicht, dass mit der Zeit selbst gut gelagerte und nicht genutzte VHS-Kassetten ihre Aufnahmequalität verlieren. Eine VHS- Kassette hat schließlich eine Lebensdauer von etwa 15 Jahren. Das Risiko, unersetzbare Erinnerungen, wie von der eigenen Hochzeit oder der einmaligen Urlaubsreise, zu verlieren, nimmt mit jedem Tag deutlichere Konturen an. Wer dieses Risiko nicht mehr in Kauf nehmen möchte, sollte keine Zeit mehr vergeuden und seine Videos digitalisieren. Das Überspielen alter Videoaufnahmen in ein digitales Format erfordert keine Vorkenntnisse und ist heute mit den richtigen Hilfsmitteln leicht zu bewältigen.

 

Eigene VHS digitalisieren

Das Digitalisieren der alten VHS-Kassetten bringt viele Vorteile mit sich. Einer davon ist die Möglichkeit, eine ganze Videosammlung als digitalisierte Datei bequem und vor allem platzsparend zu speichern. Dies kann auf optischen Medien wie DVD erfolgen oder auf einer Festplatte. Wer seine alten Aufnahmen mit frischeren Farben bzw. einem besseren Kontrast aufpeppen möchte, kann dies mit Hilfe spezieller Software tun. Auch störende oder unerwünschte Aufnahmen lassen sich nachträglich entfernen. In Sachen Qualität darf man allerdings keine Wunder erwarten. Bei sehr schlechtem Ausgangsmaterial kann selbst die beste Software nur bedingt optimieren.

 

Verschiedene Wege, VHS-Videos zu digitalisieren

Grundsätzlich kann man auf dreierlei Art und Weise VHS digitalisieren. Zum einen können Sie spezielle VHS-DVD-Kombigeräte verwenden, die das Direktkopieren ganz ohne Computereinsatz ermöglichen. Das Aufzeichnen der VHS-Kassette kann alternativ auf einem digitalen Camcorder erfolgen. Am häufigsten wird jedoch ein Analog-Digital-Wandler (AD-Wandler) mit dazugehöriger Software eingesetzt, um die eigenen VHS zu digitalisieren. Der AD-Wandler liest über eine SCART- oder Komponentenbuchse das analoge VHS-Signal des Players bzw. Recorders aus, wandelt es digital um und überträgt es über USB auf den Computer. Dort lässt sich die Datei mittels Schnittprogrammen weiterverarbeiten. Die AD-Wandler mit der dazugehörigen Kabellage sind bei allen Modellen von ähnlicher Qualität. Die mitgelieferte Software und die Dokumentation fallen allerdings unterschiedlich aus. Manche Anbieter liefern eine bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung sowie ein eigenes Schnittprogramm, das ein Optimieren der digitalisierten alten Aufnahmen ermöglicht.

 

Video digitalisieren durch VHS-DVD-Recorder

Die Methode, durch Kombigeräte VHS Videos zu digitalisieren, ist recht komfortabel. Sie ermöglicht das direkte Kopieren von einer Videokassette auf DVD-Rohlinge. Die Auswahl dieser Kombigeräte ist recht übersichtlich. Preislich liegen sie zwischen 250 und 330 Euro. Diese Investition rentiert sich vor allem bei großen Videosammlungen, weil die Geräte das Digitalisieren der Aufnahmen praktisch automatisieren. Kurioserweise bieten diese Kombigeräte auch die Kopierfunktion von einer DVD auf VHS an. Dies ermöglicht eine Kopie Anfertigung von VHS auf VHS, mit einer DVD-Zwischenspeicherung, ebenso wie DVD-VHS-Kopien.

 

Der Einsatz von Camcordern

Mit einem digitalen Camcorder lässt sich die Anschaffung des AD-Wandlers eventuell ersparen. Es gibt nämlich Modelle, die in der Lage sind, ein VHS-Signal unmittelbar auf der Speicherkarte bzw. Festplatte des Geräts aufzuzeichnen. In der Regel sind alle Camcorder dazu fähig, die über einen entsprechenden Komponentenanschluss verfügen und Videosignale nicht nur ausgeben, sondern auch annehmen können. Ob Ihr Modell diesen Anschluss besitzt, können Sie im Handbuch nachlesen. Bei Camcordern, die entsprechend ausgerüstet sind, ist der Kopiervorgang recht unkompliziert. Das Gerät wird mittels Komponentenkabel und SCART-Adapter erst einmal am VHS-Recorder angeschlossen. Der In-Out-Schalter des Adapters muss auf “Out” geschaltet sein. Sobald die Geräte verbunden sind, zeigt das Camcorder Display das laufende VHS-Video. Zum Aufnehmen wird nun die Record-Taste betätigt. Das digitalisierte Video können Sie anschließend auf den PC übertragen und bei Bedarf weiterverarbeiten.

 

Die bereits digitalisierte Datei optimieren

Um die bereits digitalisierten Videos zu bearbeiten, reichen in der Regel kostenlose Tools. Diese ermöglichen es, das Video zu schneiden, die Helligkeit und den Kontrast anzupassen. Den bearbeiteten Film können Sie anschließend auf DVD brennen. Folgendes sollten Sie dabei beachten:

  • Bildränder entfernen: Computer bzw. digitale Abspielgeräte zeigen einen größeren Bildausschnitt als Fernsehgeräte. Während im Fernseher der äußere Rand abgeschnitten wird, zeigt der PC das gesamte Bild. Das Ergebnis – schiefe Ränder rechts oder links – sollten Sie auf jeden Fall verbessern.
  • Bildrauschen entfernen: Ältere Bänder weisen oft einen Rückgang der Bandmagnetisierung auf, was ein erhöhtes Bildrauschen verursacht. Eine erste Maßnahme beim VHS digitalisieren ist, die Farbsättigung zu reduzieren. Das Bild wird dabei zwar etwas blasser, dafür aber wird das Bildrauschen ebenfalls minimiert.
  • Farbkorrektur: Zwecks Datenmengen Einsparung werden Farbe und Kontrast von Videobildern so übertragen, dass diese am PC immer flau wirken. Die Fernsehgeräte verfügen über Schaltungen, um Farbe und Kontrast nachträglich hochzuziehen.

 

Sicherung der Daten

Nachdem Sie die Digitalisierung Ihrer alten Videos abgeschlossen und die Dateien auf Ihrem PC gespeichert haben, werden Sie feststellen, dass diese sehr viel Speicherplatz in Anspruch nehmen. Kein Wunder, schließlich kann eine mehrstündige VHS Kassette einige Gigabyte Speicherplatz beanspruchen. Um Raum für weitere digitalisierte Aufnahmen zu schaffen, müssen Sie diese Videodateien irgendwo anders unterbringen. Zu diesem Zweck stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen können Sie die Sicherung der Dateien auf einer externen Festplatte, alternativ dazu auf DVDs vornehmen.

videos digitalisieren sicherungEine externe Festplatte verfügt über enorme Speicherkapazitäten und bringt Ihnen dadurch den Vorteil, dort mehrere Hundert Videos unterzubringen. Sie kann sich also umso mehr lohnen, je höher die Zahl der zu digitalisierenden VHS-Kassetten ist. Dank des rasanten Fortschritts der digitalen Technik ist es heutzutage möglich, große Festplatten recht günstig zu erwerben. Über einen USB-Anschluss werden sie dann mit dem PC verbunden, wobei oft nicht einmal eine externe Stromversorgung benötigt wird. Diese wird durch USB vom PC bezogen. Sollten Sie ein Fernsehgerät bzw. einen DVD-Player mit einer USB-Schnittstelle besitzen, so können Sie Ihre externe Festplatte an den Fernseher anschließen und die Aufnahmen durchstöbern, ohne ständig eine neue DVD einlegen zu müssen.

Die Sicherung auf DVD hat den Nachteil, dass für jedes Video ein anderer Datenträger benötigt wird. Es ist nicht gerade bequem, beim Durchstöbern der Videos jedes Mal eine nächste DVD einlegen zu müssen. Wenn Sie sich dennoch für diese Möglichkeit der Sicherung entschieden haben, sollten Sie auf Angebote mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis achten, um möglichst günstig viele DVDs zu erwerben. Empfehlenswert sind zu diesem Zweck auch DVDs, die beidseitig beschrieben werden können. Somit können Sie mehr Aufnahmen auf eine DVD brennen und Platz sparen. Bevor Sie Ihre VHS digitalisieren, sollten Sie noch beachten, dass das Kopieren nicht im  Expressverfahren funktioniert. Dementsprechend müssen Sie viel Zeit für diese Aufgabe einkalkulieren.